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2.Teil: Nach wem ist diese Straße benannt???

02. April 2018 von Sandra Berlacher

Nachdem der Bericht  zum neuen Baugebiet so gut bei den Lesern ankam, habe ich Herrn Gibtner gebeten noch etwas über das "alte neue" Baugebiet zu schreiben... 

Vielen herzlichen Dank an Herrn Roman Gibtner für seine Ausführungen!

 

Antoniweiher

Ich kann nur vermuten, dass der Weiher (und die sich daran anschließenden Äcker) nach dem Hl. Antonius von Padua benannt ist, der der Legende nach die sogenannte „Fischpredigt“ gehalten haben soll. Er soll die Predigt vor Fischen gehalten haben, nachdem niemand in seine Kirche gekommen ist.

 

Im Assing

Der Begriff kommt von der Freimarkung Osing (von mhd. asanc, entpr. absengen, Abgesengtes). Sie ist eine gemeindefreie Fläche, deren Nutzung nach bestimmten Regeln in bestimmten Zeitabständen unter den Berechtigten verlost wurde bzw. in einigen Gemeinde noch wird. Dieses Verfahren bzw. Rechtsbegriff geht bis zur Zeit Kaiser Karls dem Großen zurück. 

 

Im Etschele

Im süddeutschen Raum stand früher der Begriff „Esch“ für die Flur. Vermutlich ist der Name „Etschele“ davon abgeleitet. Also bedeutet das dann so viel wie „In der Flur“.

 

Im Lohbeet

Der Begriff „Loh“ steht im Althochdeutschen für Hain, Lichtung, Gehölz, Gebüsch, Wald, im Mittelhochdeutschen (loch, lo) für Gebüsch, Wald, Gehölz oder lichtes Gehölz bzw. Gelände mit Sträuchern. Das Lohbeet ist also eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, das evtl. auch mit Sträuchern bepflanzt oder eingesäumt war.

 

In der Karte nicht erwähnt ist die Bezeichnung „Spitzacker“:

Am Spitzacker

Eigentlich selbsterklärend. Durch die vor allem in Franken gehandhabte Erbteilung wurde Grundbesitz wiederkehrend unter den Erbberechtigten gleichmäßig aufgeteilt (=Realteilung). So kam es mit der Zeit zu vielen kleinen Ackerflächen mit verschiedenen, meist sehr unökonomischen Zuschnitten (z. b. ein spitz zulaufender Acker). Erst die Flurbereinigungen in der neueren Zeit haben zu einer Flächenbereinigung geführt.

 

 

Kartenausschnitt von 1808-1864, der den Bereich der neuen Baugebiete Oberreichenbachs zeigt

Folgende Flurbezeichnungen sind hier noch erkennbar, die sich zum Teil in den heutigen Straßennamen wieder finden:

  • Antoniäcker (daneben der noch existierende Antoniweiher)
  • Im Assing
  • Im Etschele
  • Im Loh (Lohbeet)

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